Überblick: Make und Zapier im Vergleich
Zapier ist der Platzhirsch unter den Automatisierungstools. Gegründet 2011 in den USA, nutzen heute über 2 Millionen Unternehmen weltweit Zapier, um Apps miteinander zu verbinden. Die größte Stärke: über 7.000 unterstützte Apps und eine extrem einfache Bedienung.
Make (früher Integromat) kommt aus Prag und hat sich seit 2016 als leistungsstärkere Alternative etabliert. Make bietet einen visuellen Workflow-Editor, der komplexere Automatisierungen ermöglicht als Zapier — und das oft zu deutlich niedrigeren Kosten.
Beide Tools arbeiten nach dem gleichen Grundprinzip: Sie verbinden Ihre bestehenden Software-Systeme (CRM, Buchhaltung, E-Mail-Marketing) und legen Regeln fest, wann welche Aktion automatisch ausgeführt werden soll. Für den Einstieg in die Workflow-Automatisierung sind beide geeignet — die Unterschiede liegen im Detail.
Funktionsumfang im Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede im Funktionsumfang. Wir bewerten aus der Perspektive eines mittelständischen Unternehmens, das seine ersten Workflows automatisieren möchte.
| Kriterium | Make | Zapier |
|---|---|---|
| Unterstützte Apps | 2.000+ | 7.000+ |
| Visueller Workflow-Editor | Vollständig visuell mit Drag & Drop, Verzweigungen und Schleifen | Linear (Schritt für Schritt), einfacher, aber weniger flexibel |
| Komplexe Logik | Router, Filter, Iterator, Aggregator, Fehlerbehandlung | Paths (Verzweigungen), Filter — weniger mächtig |
| HTTP/API-Anbindung | Voller HTTP-Client mit Authentifizierung | Webhooks und Code-Steps möglich |
| Datenumwandlung | Umfangreiche Funktionen für Text, Datum, JSON, Arrays | Formatter-Steps, aber weniger flexibel |
| Einstiegsfreundlichkeit | Mittlere Lernkurve — mächtig, aber anfangs komplexer | Sehr einfach — fühlt sich an wie ein Formular ausfüllen |
| Fehlerbehandlung | Eingebaute Error-Handler, Retry-Logik, Break/Resume | Grundlegend — Fehlerbenachrichtigungen per Mail |
| Ausführungshistorie | Detaillierte Logs mit Input/Output pro Modul | Task-History mit Basisinformationen |
Preisvergleich (Stand: März 2026)
Beim Preis trennen sich Make und Zapier deutlich. Make rechnet nach Operations (einzelne Aktionen innerhalb eines Workflows), Zapier nach Tasks (erfolgreiche Ausführungen eines Workflow-Schritts). Ein direkter 1:1-Vergleich ist daher schwierig, aber die folgende Tabelle gibt Ihnen eine Orientierung:
| Tarif | Make | Zapier |
|---|---|---|
| Kostenlos | 1.000 Ops/Monat, 2 Szenarien | 100 Tasks/Monat, 5 Zaps |
| Einstieg (bezahlt) | ab 10,59 EUR/Monat (10.000 Ops) | ab 29,99 USD/Monat (750 Tasks) |
| Business-tauglich | ab 18,82 EUR/Monat (10.000 Ops, Teams) | ab 73,50 USD/Monat (2.000 Tasks) |
| Preis pro Einheit | ca. 0,001 EUR pro Operation | ca. 0,01 - 0,04 USD pro Task |
| Kosten bei hohem Volumen | Deutlich günstiger — 5 bis 10x | Skaliert teuer bei vielen Tasks |
Rechenbeispiel: Ein mittelständisches Unternehmen mit 10 automatisierten Workflows und ca. 5.000 Ausführungen pro Monat zahlt bei Make rund 18 Euro monatlich. Bei Zapier würden die gleichen Workflows je nach Tarif zwischen 73 und 150 USD pro Monat kosten. Das ist ein Preisunterschied von Faktor 4 bis 8.
Für wen eignet sich welches Tool?
Zapier ist die bessere Wahl, wenn:
- Sie eine bestimmte Nischen-App anbinden müssen, die nur Zapier unterstützt (z.B. sehr spezialisierte Branchensoftware)
- Sie nur 2 bis 3 einfache Workflows brauchen (z.B. "Neuer Kontakt im CRM → automatische Willkommensmail")
- Sie ohne Agentur starten wollen und maximale Einfachheit brauchen
- Ihr Team englischsprachig arbeitet — Zapier hat die bessere englische Dokumentation
Make ist die bessere Wahl, wenn:
- Sie mehr als 3 Workflows planen oder bestehende erweitern wollen
- Ihre Workflows Verzweigungen, Bedingungen oder Schleifen benötigen
- Sie Kosten im Griff behalten wollen — Make ist bei wachsendem Volumen 5 bis 10x günstiger
- Sie mit einer Agentur zusammenarbeiten, die die Einrichtung übernimmt
- Sie Fehlerbehandlung und Monitoring professionell aufsetzen möchten
Unsere Empfehlung
Für die meisten mittelständischen Unternehmen empfehlen wir Make. Der Grund ist einfach: Sobald Sie über die einfachsten Automatisierungen hinausgehen, stößt Zapier schnell an Grenzen — sowohl funktional als auch preislich.
Make bietet die Flexibilität, die Sie brauchen, wenn Prozesse komplexer werden: Bedingte Verzweigungen ("Wenn Rechnungsbetrag über 5.000 Euro, dann Freigabe durch Geschäftsführung, sonst automatisch buchen"), Schleifen für Massendatenverarbeitung und eine professionelle Fehlerbehandlung.
Gleichzeitig ist Make bei wachsendem Automatisierungsvolumen drastisch günstiger. Ein Unternehmen, das 20 Workflows mit insgesamt 50.000 Operations pro Monat betreibt, zahlt bei Make rund 30 Euro — bei Zapier wäre das gleiche Volumen je nach Tarif 200 bis 500 USD.
Der einzige legitime Grund für Zapier: Sie benötigen eine App-Integration, die es nur bei Zapier gibt. In diesem Fall prüfen Sie, ob Make die App über eine HTTP-Anbindung trotzdem integrieren kann — in den meisten Fällen ist das möglich.
Unser Ansatz: Wir arbeiten plattformunabhängig und setzen das Tool ein, das für Ihren konkreten Anwendungsfall am besten passt. In etwa 80 Prozent der Fälle ist das Make. Manchmal kombinieren wir auch Make mit KI-Agenten, um noch intelligentere Automatisierungen zu bauen.
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